Herringbone ist eine schöne Fädeltechnik mit vielen Möglichkeiten – zum Beispiel flach gefädelt oder rund gefädelt. Meistens fädelt man 2 Perlen pro Stich, und in diesem Blog möchten wir Ihnen gerne mehr darüber erzählen.
Herringbone bedeutet wörtlich „Fischgräte“. Früher dachte ich, die Herringbone-Technik von den Zöpfen zu kennen, die meine Mutter bei mir machte. Diese Art von Zopf wird ebenfalls Fischgrätenzopf genannt. Dabei werden immer kleine Strähnchen hinzugefügt, deutlich mehr als bei einem normalen Zopf. Und die schmalen Streifen sind das, was auch in der Herringbone-Technik sichtbar wird.
Hier sehen Sie eine größere Nahaufnahme der Technik: die grauen Delicas liegen quasi wie Glieder aneinander, und dazwischen sind farbige Delicas als kleine Bögen eingefügt.

Bei Herringbone kann man auch an den Seiten eine zusätzliche Perle hinzufügen. Ein Beispiel dafür sehen Sie bei dem mittleren und rechten Armband auf dem Foto oben. Diese Perlen erzeugen einen schönen Effekt, da sie leicht seitlich hervorstehen.
Ursprung
Herringbone wird auch häufig von der Ndebele-Kultur in Südafrika verwendet. Sie fertigen damit wunderschöne Schmuckstücke oder Wohnaccessoires. Bei dieser Technik wird Schritt für Schritt ein Set aus 2 oder 4 Perlen auf der Basis aufgebaut.
Herringbone beginnt jedoch immer mit einem Leiterstich (Ladder Stitch), wie im Bild unten gezeigt:
Abbildung 1: Beginnen Sie mit dem Leiterstich (Ladder Stitch).
Danach fädeln Sie immer eine gerade Anzahl Perlen auf und führen den Faden wieder nach unten durch die vorherige Reihe. Anschließend fädeln Sie wieder nach oben. Bei der breiteren Variante fügen Sie die gleichen Bögen auf der anderen Seite hinzu. So stapeln sich die Perlen Stück für Stück übereinander. In diesem Blog nennen wir dies einen „Turm“. Auf der Abbildung unten können Sie sehen, wie der Faden verläuft.
Die hellrosa Perlen, die Sie unten sehen, wurden mit dem Leiterstich aufgereiht. Die dunkelrosa Perlen sind die erste Reihe, die mit dem Herringbone-Stich gearbeitet wurde. Da die Perlen jeweils zu zweit aufgefädelt werden, neigen sie sich leicht zueinander.
Man kann auch mehrere Perlen übereinander fädeln, wodurch das Ganze flexibler wird. Dabei wird es jedoch etwas schwieriger, durch die Bögen zu fädeln, was die Gefahr erhöht, dass einzelne Stellen lockerer werden und der Faden sichtbar bleibt.

Sobald das Armband fast die gewünschte Länge erreicht hat, können Sie wieder mit demselben Leiterstich (Ladder Stitch) enden. Fädeln Sie die Türmchen noch einmal auf, so wie Sie es auch am Anfang gemacht haben. Dabei führen Sie den Faden zusätzlich noch einmal durch die aufgefädelten Perlen, um alles extra zu stabilisieren. Auf diese Weise können Sie auf genau die gleiche Weise enden, wie Sie begonnen haben.

Flach gefädelt
Herringbone kann also flach (nebeneinander) gefädelt werden, wie wir unten zeigen. Die unterste Schicht wurde mit Herringbone gearbeitet, und darauf wurden Schlaufen aus jeweils 11 Rocailles hinzugefügt. Der untere Teil dieses Armbands wurde in Herringbone gefertigt, also der hellrosa Bereich.

Variation der Perlen
Der Herringbone-Stich eignet sich besonders gut für Armbänder. Zwischen die aufgefädelten kleinen Perlen können Sie auch größere Perlen einfügen, um schöne Variationen zu erzeugen. Sie fädeln dann auf dieselbe Weise, nur dass Sie in der Mitte die größere Perle mit einbeziehen.
Wichtig ist, nicht gleich mit einer viel größeren Perle zu beginnen, da sonst der Faden sichtbar bleibt. Der Abstand zwischen den Perlen wird dadurch plötzlich viel größer. Am besten beginnen Sie mit etwas kleineren Perlen und bauen die Größe dann nach und nach auf. In dem Armband unten ist dies gut zu erkennen: Zuerst wurden dunkelblaue Rocailles eingefügt und erst danach die Glasperle.
Unten sehen Sie ein schönes Beispiel für Herringbone mit Perlen dazwischen, wodurch die hübsche Wellenbewegung entsteht. Auch interessant ist, wie Delicas mit dieser Technik wieder einen leicht anderen Effekt erzielen.

Rund gefädelt
Herringbone kann auch rund gefädelt werden. Das Prinzip ist dasselbe, nur dass Sie beim Leiterstich (Ladder Stitch) das erste „Türmchen“ mit dem letzten „Türmchen“ verbinden. Ausgehend vom obigen Beispiel erhalten Sie so ein kleines Blockchen aus 4 übereinander gestapelten Türmchen.
Ein Beispiel dafür sehen Sie unten an der Kette, an der dieser Anhänger befestigt ist. Bei diesem Anhänger ist auch eine kleine Drehung eingebaut, auf die wir später noch näher eingehen werden.

Und da man immer weiter in der Runde fädelt, entsteht eine sehr flexible Röhre – ideal für eine Kette. Aber natürlich auch als Armband geeignet, das extra lang gefertigt werden kann, sodass man es 2- oder 3-mal um das Handgelenk wickeln kann.

Auch bei der runden Variante können Sie größere Perlen einfügen, dabei müssen Sie jedoch mehrmals auf- und abwärts fädeln. Wenn Sie nur mit einem Faden durch die größere Perle gehen, liegt sie leicht schief. Es ist daher wichtig, dass Sie den Faden durch alle 4 Perlen und dann durch die größere Perle führen, damit sie schön in der Mitte sitzt.
Art des Fadens und Nadel
Wenn Sie mit Fireline arbeiten, wird das Ganze etwas steifer im Vergleich zu Miyuki- oder KO-Faden. Bei der Nadel können Sie die Größe wählen, die Ihnen am angenehmsten ist. Sie fädeln bei dieser Technik nicht sehr oft durch dieselben Perlen, daher sind eine Sticknadel der Größe #11 oder #10 völlig ausreichend. Da Sie jedoch zwischen den vorherigen Reihen fädeln müssen, ist wahrscheinlich eine kürzere Nadel praktischer. Aber letztlich wählen Sie, was für Sie am besten funktioniert.
Bei der runden Variante können Sie auch eine Drehung erzeugen. Dazu überspringen Sie zu Beginn auf einer Seite eine Perle und fädeln sie dadurch höher zurück. Sie steigen also zuerst bei der dritten Perle aus und bei der zweiten wieder ein, sodass der Faden schräg liegt.
Durch diese Schräglage sorgt der Faden dafür, dass die Perlen leicht kippen und schräg nebeneinander liegen. Anfangs wirkt das vielleicht unordentlich und man sieht viel Faden, aber wenn Sie straff weiterfädeln, richtet sich alles von selbst. So beginnt sich Ihre Kette wie eine Spirale zu drehen.
Farbauswahl
Ein schöner Effekt entsteht durch die Kombination verschiedener Farben – diese drehen sich sichtbar umeinander. Auch unterschiedliche Perlengrößen erzeugen wieder einen leicht anderen Effekt.
Für diese Art können Sie Rocailles oder Delicas verwenden. Mit Delicas wird es etwas straffer, mit Rocailles etwas runder. Sie können sie auch abwechselnd einsetzen, um breite und schmale Abschnitte zu erzeugen, oder Rocailles und Delicas miteinander kombinieren.
Wenn Sie zu irgendetwas noch Fragen haben oder etwas unklar ist, schreiben Sie uns gern eine E-Mail oder rufen Sie uns an – wir helfen Ihnen gerne weiter.