Eine meiner schönsten Erinnerungen ist die Abholung meiner ersten selbst importierten Perlen aus Asien vor 22 Jahren. Es war damals unglaublich spannend, denn ich war noch Studentin und die Kosten verschlangen fast mein gesamtes Erspartes. Ich hatte die Fabrik über das Internet gefunden, aber wie kann man sicher sein, dass die Perlen, die man erhält, auch wirklich gut sind – und ob man sie überhaupt bekommt …
Es wurde also ausführlich hin und her gemailt, und auch über ein niederländisches Unternehmen habe ich versucht, mehr Informationen zu erhalten. Schließlich habe ich das Risiko gewagt. Als die Perlen dann endlich da waren, wollte ich sie sofort zusammen mit meinem Bruder in Rotterdam abholen. Warum wir sie nicht einfach von Rotterdam aus haben schicken lassen, weiß ich heute nicht mehr. Es war wahrscheinlich eine Kombination aus ungeduldiger Neugier auf die neuen Perlen und dem Wunsch, möglichst viel Geld zu sparen. 😉 Es war eine schöne Fahrt – ich hatte mir nie vorgestellt, wie groß der Hafen von Rotterdam ist.

Es stellte sich heraus, dass es fünf Säcke waren, jeweils 55 kg pro Sack. Alles passte gerade so ins Auto! Ich weiß nicht mehr, wie wir die Säcke ins Auto bekommen haben, aber ich erinnere mich noch daran, dass wir sofort den ersten Sack aufgeschnitten haben, um schnell einen Blick auf die Perlen zu werfen. 😉


Es fühlte sich an, als würde man Geschenke auspacken – so neugierig waren wir alle, was sich darin befand. 🙂 Mein Vater half ebenfalls sehr gerne mit. Das Auspacken und Einlagern der Perlen erledigten wir im Lager meines Bruders, denn sonst wäre es zu Hause völlig überfüllt mit Perlen geworden. 😉

Wir hatten allerdings Pech mit der Verpackung – viele Plastiktüten waren bereits aufgerissen. Auch die Kartons waren nicht sehr stabil, sodass viele Perlen durcheinander lagen.

Das bedeutete also viel Arbeit beim Sortieren der Perlen. 😉 Die Perlen mussten aus den beschädigten Plastiktüten in stabile Druckverschlussbeutel umgefüllt werden.



Unten sehen Sie die Perlen, die ich am schönsten fand: Natursteine, Chevron-Perlen und Folienperlen.

Die indischen Perlen waren allerdings ein kleiner Fehlkauf. Sie waren ziemlich groß und die goldenen Streifen entsprachen nicht wirklich unserem Geschmack. Eigentlich hätte ich nicht auf sein Angebot „very special price for very good beads“ eingehen sollen. 😉

Es hat ziemlich viel Zeit gekost, diesen Lieferanten zu finden, die Perlen auszuwählen und den mutigen Schritt zu wagen – aber gerade deshalb war das Auspacken danach umso schöner. 🙂


Als schließlich alles ausgepackt war, ging es vor allem darum, Fotos zu machen, die Artikel in das System einzugeben und sie abzuwiegen. Der Esstisch wurde dafür vorübergehend von den Perlen in Beschlag genommen.

Schließlich habe ich nach ein paar Jahren die Zusammenarbeit mit diesem Lieferanten wieder beendet. Je häufiger ich dort bestellte, desto geringer wurde die Qualität – fast so, als hätte er gedacht: „Diese Kundin habe ich ja ohnehin schon sicher“ und deshalb einfach schlechtere Perlen geliefert, um seine Gewinnspanne zu erhöhen. Aber das persönliche Abholen bleibt eine meiner schönsten Erinnerungen. Vielleicht werde ich beim nächsten Mal wieder selbst abholen; ich denke, dass meine Söhne das bestimmt auch sehr lustig finden würden. 😀
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